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Sozialticket

Sozialticket Niederrhein

Die Initiative „Sozialticket Niederrhein Jetzt!“ hat sich im Frühjahr 2008 gebildet und ist parteiunabhängig. Zahlreiche Einzelpersonen aus den Bereichen Politik, Kirche, Sozialverbände, Arbeitslosenzentren, Gewerkschaften und Globalisierungskritik unterstützen die Forderung nach einem Sozialticket.


 

Armut in unserer Region

bwohl wir in einem der reichsten Länder der Welt leben, wächst seit Jahren die Zahl der von Armut betroffenen Menschen auch in unserer Region. Die zuständigen Stellen in den Kreisen Wesel und Kleve bilanzieren, dass im November 2010 mehr als 50.000 Menschen von Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld leben müssen. Bei einer Einwohnerzahl von 783.000 entspricht das ca. 6,4 % der Bevölkerung. Hinzu kommen Zehntausende weitere von Armut Betroffene, die z.B. eine niedrige Rente empfangen, einen Lohn bekommen, der kaum zum Leben reicht oder die auf Unterstützung als Asylbewerberinnen und -bewerber angewiesen sind. Nach Angaben des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik (NRW) bezogen im Jahre 2004 mehr als 110.000 Steuerpflichtige in den Kreisen Wesel und Kleve weniger als 15.000 € Jahreseinkommen. Bei einer Einwohnerzahl von 783.000 entspricht das etwa 14 % der Bevölkerung. Dass diese Zahlen nicht aus der Luft gegriffen sind, zeigt der aktuelle Armutsatlas der Paritätischen Forschungsstelle von 2009. Aus deren Berechnungen ergeben sich sogar Armutsquoten für unsere Raumordungsregion von 15-17%.

 

ALGII
ALGII und SozialgeldempfängerInnen Nov. 2010

 

Armut ist Ausgrenzung!
Armut ist in den hoch entwickelten Gesellschaften nicht gleichbedeutend mit Hunger oder Elend. Armut ist vor allem Ausdruck für soziale Ungleichheit. Armut bedeutet hierzulande Ausgrenzung vom sozialen und kulturellen Leben. Konkret heißt das für die Betroffenen,
• dass sie nicht in der Lage sind, das städtische Schwimmbad zu besuchen.
• dass sie sich am Samstagabend keinen Film im Kino ansehen können.
• dass sie sich nicht bei einem VHS Computerkurs weiterbilden können.
• dass sie sich nur beschränkt politisch betätigen können
• dass sie de facto keine freie Arztwahl haben

Neben den für sie zu hohen Eintrittspreisen fehlt ihnen oft das notwendige Fahrgeld. Im Hartz-IV Regelsatz sind zur Zeit weiniger als 15 € im Monat für den ÖPNV vorgesehen. Die Möglichkeit, Busse und Bahnen zu nutzen, ist aber Voraussetzung, um soziale Kontakte aufrecht erhalten zu können.

Selbst Lebensmittelversorgungsstellen wie die Weseler Tafel oder Kleiderkammern sind häufig nur über lange Anfahrtswege erreichbar. Mobilität ist wichtig für Arbeitsplatzsuchende oder um preisgünstig einzukaufen. Für eine(n) Hartz-IV- Empfänger(in) in unserer Region, die oder der für eine Monatskarte - nur für den Stadtbereich - inzwischen 61,50 € zahlen muss, ist es daher kaum möglich am sozialen Leben teilzunehmen. Eine Fahrt von Sonsbeck zur Arge nach Kamp-Lintfort und zurück kostet mehr als 7 €. Mobilität wird für Arme damit zum Luxus.

SB

Wir fordern ein Sozialticket
Wir meinen jedoch, dass für alle Menschen am Niederrhein der Zugang zu umweltschonender Mobilität eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Da viele bedürftige Menschen in den Randgebieten der Kreise Wesel und Kleve wohnen und die Nahverkehrsunternehmen kreisübergreifend organisiert sind, fordern wir deshalb ein Sozialticket für die Kreise Wesel und Kleve. Finanzierung Mehr als 100.000 Neukunden wären kreisübergreifend möglich. Würden die Nahverkehrsunternehmen das Sozialticket für 15,- Euro anbieten und würden nur 20% der potentiellen Neukunden dieses Ticket kaufen, könnten die Nahverkehrsunternehmen mit zusätzlichen Einnahmen von mehr als 300.000 Euro rechnen. Damit wäre endlich eine Ausweitung der Angebote möglich, was die Attraktivität des ÖPNV am Niederrhein für weitere Kunden erhöhen würde. Gleichzeitig könnte durch die Einführung des Sozialtickets ein wichtiger kommunaler Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Der CO2-Fußabdruck in den Kreisen Wesel und Kleve würde sich verkleinern! Was bereits in zahlreichen deutschen Großstädten wie Dortmund, Köln, Unna möglich ist, sollte auch in den Kreisen am Niederrhein erreichbar sein.

Und so könnte es aussehen:

Sozialticket


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